Ich bin jetzt an die zehn Tage in der Region Hadramout, arbeite in Shibam und wohne in Saiyun. Die zwei Kleinstädte sind an die 20km voneinender entfernt. Das GTZ Büro ist toll und die Arbeitsverhältnisse ausreichend, für Jemen sogar ausgezeichnet.
Shibam ist ne tolle Stadt...sehr klein muss man zugeben, aber wunderschön. So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen und ich denke das ist nicht das erste Mal, dass ich diesen Satz in Jemen benutzte. Das Städchen ist klein, die Gebäude sehr hoch und eindrucksvoll, zu sehen sind auch viele Ziegen und kleine Geschäfte. Man hat das Gefühl die Zeit wurde an diesem Ort angehalten. Dieses Gefühl überkommt einen sowieso wenn man im Jemen ist, aber hier ist es noch ausgeprägter. Das Projekt hat eindeutig gefruchtet in dieser Stadt. Man sieht, dass die Bewohner sich Mühe machen ihre Häuser herauszuputzen und tragen ihren Stadtstolz nach Außen . Am tollsten klingt dennoch der Name eines hiesigen Vereins "Protection of Society and Restauration of Muddy Buildings".
Hadramout ist von der Landschaft und von den Menschen her total unterscheidlich im Vergleich zu Sanaa. Es wird so gut wie kein Qat gekaut, die Menschen wirken ruhig und es ist insgesamt leiser auf den Straßen, der Fahrstil ist ruhig, Ampeln und Verkehrsschilder werden beachtet.
Die Region ist auch um einiges konservativer. Alle Frauen verschleiern ihr Gesicht und mir wurde empfohlen meine Haare zu bedecken um von den Frauen akzeptiert zu werden. Ich habe auch erfahren, dass vor der Heirat hier nicht mal der Mutter des Bräutigams gestattet ist die Braut zu sehen, nicht einmal ein Foto! Der größte Unterschied in der Mentalität macht sich darin bemerkbar, dass die Leute hier ein paar Tage brauchen um "warm zu werden". Carsten findet das ganz toll, weil es ihn sehr an Deutschland erinnert. Wir merken langsam, dass die Leute im Hotel uns besser behandeln, mit uns reden und offener werden. Ich sitze seit ein paar Tagen im Frauenbüro (mit zwei Frauen zusammen) und hatte gestern das Gefühl, dass das Eis gebrochen war. Wir haben zusammen Mittag gekocht, Witze gemacht, viel gelacht. Die eine hat mir einen Schaal geschenkt und heute morgen haben sie typisches hadramoutisches Frühstück für mich gemacht. Und jetzt kommt der Hammer!!! Die Familie von der einen Frau wohnt in Sanaa und sie ist allein im Haus ihrer Eltern also hat sie mir angeboten bei ihr zu wohnen!!! Das ist ganz toll, der Hacken ist das Carsten nicht mitkann, da er ein Mann ist. Das Problem ist alhamdulila kein großes, da wir uns sowieso im Büro sehen und er auch allein im Hotel bleiben kann. Außerdem werden wir hoffentlich regelmäßig Besucher aus Sanaa bekommen und in der Zeit gehe ich zurück ins Hotel um diese sehen und was zusammen zu unternehmen. Ich bin sehr glücklich über diese Entwicklung und kann inshallah meine kulturelle Neugier endlich richtig befriedigen.
Dienstag, 28. August 2007
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
1 Kommentare:
Hallo meine liebe Eli,
oh man, ich bin ja sooo froh, dass du auch so wenig Zeit hast deinen Blog mit Inhalt zu füllem. Mir geht es ähnlich und ich schreib mir auch immer auf, was ich so reinschreiben könnte aber irgendwie komme ich nie dazu.
Wann bist du eigentlich wieder zurück in Deutschland. Ich würd mich freuen mal wieder deine süße Stimme vernehmen zu können. ;-) In den letzten Wochen hatte ich regen Kontakt zu vielen unserer Mädels und sonsten Freunden. Heute habe ich sogar Dominic im Skype angetroffen.
Naja, mir geht es zumindest sehr gut. In 2 Wochen fliege ich in den Urlaub und bin schon total gespannt. Ich flieg zusammen mit meinem Freund. Dieses Wochenende fahren wir auch zusammen weg, also wie du siehst, mir wird es nicht langweilig.
So meine Süße,
ich drück dich ganz fest und geh davon aus, dass wir uns ganz bald hören werden.
Knutschi
Maria
Kommentar veröffentlichen