Dienstag, 31. Juli 2007

Mein alltäglicher Alltag

Ich habe mir überlegt mal einen normlen Tag in Sana'a zu beschreiben, so gut es geht, denn es ist schwer hier alles zu erwähnen ohne irgendein wichtiges Detail zu verpassen.
So ich fange mal an mit dem Ruf aus der Moschee um fünf Uhr morgens. In der nähe meines Hotels muss es an die fünf Moscheen geben, ganz grob an der Vielfalt der Stimmen geschätzt. Ich muss aber zugeben, dass ich in den letzten zwei Nächten oder Morgen den Ruf nicht mehr gehört habe, also bin ich auf dem besten Wege mich zu adaptieren. Danach klingelt mein Wecker so um acht Uhr und ich quäle mich aus dem Bett zur Dusche. Wenn es mal laufendes Wasser gibt morgens (in den letzten Tagen leider nicht mehr der Fall) dusche ich auch ordentlich und mache mich dann an die Arabischhausaufgaben. Zwischendrin steht mein Projektpartner Carsten auf oder ich wecke ihn, je nach der abendlichen Vereinbarung und wir Frühstücken. Zum Frühstück gibt es Instantcoffee Nescafe, der wohl beste Kaffee in Jemen, was für eine Ironie, dass es im Land des Kaffees keinen richtigen Kaffee zu kaufen gibt. Aber dafür ist das frischgebackene Brot wohl das beste meines Lebens:)! Die Kombination vom jemenitischen Honig, arabischen Frischkäse, das Brot und der komische Kaffee macht ein tolles Frühstück aus und sättigt fast für den ganzen Tag.
Viel zu schnell, ist dann zwölf und Zeit für den Unterricht. Ich habe zwei Stunden pro Tag von zwölf bis zwei und wenn es auch nach wenig klingt, es reicht vollkommen aus um Kopfschmerzen zu bekommen:)! Mein Lehrer ist ein Jemenite aus dem Süden( ich habe einen Mann als Lehrer!!!!) und wir haben oft gewisse Verständnsisprobleme. Seine Asusprache in Arabisch und Englisch ist weit von dem entfernt, von dem was ich gelernt habe und umgekehrt. Er spricht mit mir Arabisch und benutzt gut bekannte Worte, die ich dennoch einfach nicht verstehe! Na ja, ich kann mich dennoch nicht beklagen und freue mich über die zwei Stunden, denn die tägliche Konfrontation mit der Sprache und die Freundlichkeit meines Lehrers sind schon Balsam für die Seele und ich hoffe auch auf gewisse sprachliche Fortschritte.
Nachdem Unterricht mache ich mich auf zum lernen oder zum Internet oder zum Einkauf von alltäglichen Gegenständen. Beispiele dafür wären ein Fön, Handykarte oder Cds. Die Suche und der Einkauf machen nur Spass wenn man sich geduldig zeigt. Das Beste hier ist es, wenn man was sucht und jemanden fragt wird man persönlich bis zum Ziel geleitet und keiner erwartet Geld dafür. Nachdem das Ziel erreicht ist bleibt es nur noch den Zuständigen fürs Anliegen zu finden, zu handeln und den Weg back zu erkunden.
Abends stehen meistens Tätigkeiten an wie Treffen mit anderen Arabischstudenten zu Essen gehen, ins Hamam gehen(war bis jetzt nur einmal also keine Regel), Shischa rauchen, Qat kauen oder andere Sachen, die das Herz begehrt ausgenommen Alkohol:).
Ins Bett gehen tue ich zwischen zehn und zwölf Uhr und nehme mir dabei noch genug Zeit in meinem tollen Buch zu lesen und zwar "Die dunkle Seite der Liebe" von Rafik Schami. Dieses wurde mir von guten Freunden empfohlen und ich danke wärmstens dafür und kann deren Qualität nur bestätigen. Also ich mach mich jetzt auf zum Abendessen!

3 Kommentare:

marianne lueck hat gesagt…

hallo eli!
ich schicke dir viele liebe grusse, auch von daniel. am freitag konnte ich ihn vom FRA abholen und seit gestern wohnen wir nun endlich zusammen in unserer kleinen feinen dachwohnung.
hoffentlich klappt alles weiterhin gut bei dir, so weit weg. dein blog klingt so, als ob du einblicke in eine ganz andere welt finden wirst. ich freue mich schon auf deine blog eintraege!
machs gut und bleib bitte gesund!
marianne

Anonym hat gesagt…

Sdrasti Eli!!
S interes pro4etoh kak proti4a denjat ti i kak jiveesh,rasbira se i vsi4ki ostanali nesta ,koito si napisala.
Mnogo interesno isglejda,po vsi4ko isglejda 4e se 4ustvash dobre,pojelavam ti da produljava taka i da uma6 samo polojitelni prejivjavanija i emozii, da namerish novi prijateli i isob6to vsi4ko nai nai nai hubavo!!!
Mnogo te pregrushtam i zeluvam!!
Obi4am te
Pasi se
Mama

Anonym hat gesagt…

Hallo meine herzallerliebste Eli,

vermisst du mich schon?? Ich hab letztens Bilder angeschaut....

Es scheint, als wuerdest du viel Spass haben. Ich freue mich fuer dich und hoffe, dass es so bleibt.

Deine Erlebnisse koennten mir genauso auch hier passieren. Alles dauert seine Zeit und man sollte niemanden hetzen, wobei ich glaube, dass die Leute hier teilweise genauso puenktlich sind, wie in Deutschland. Heute war ich verabredet und der Typ war echt puenktlich (15 MIN)zu spaet, das passt mir gut.

Wir haben total viel gelacht und ich denke, dass ich mich hier sehr wohlfuehlen werde, das einzige was fehlt ist Sonne, also werde ich morgen oder so ein Sonnenstudio ausfindig machen und ne Sauna, so kann das nicht weitergehen. Ich hab so das Gefuehl, dass wir ne Mischung aus deinem Wetter und meinem braechten. Hier koennte es echt fast schneien, wenn das weiter so geht, bekomme ich Depressionen. Zum Glueck sind die Leute hier unglaublich nett. Vorhin meinte meine gegenwaertige Gastmutter, dass sie mir einen Schluessel nach machen lassen moechte, falls ich dort wohnen bleiben moechte. Im Grunde waere das gar nicht so schlecht, den ich habe alle Freiheiten die brauche.

Z.Z. telefoniere ich immer noch viel mit Thomas, wenig mit meinen Eltern. Mein Bruder arbeitet z.Z. noch in Oesterreich, ich werde ihn morgen anrufen.

So mein Herzblatt, wenn mein PC endlich wieder funktioniert, werde ich dich anrufen.

Ich drueck dich ganz fest. Du fehlst mir.

Knutschi

Deine kleine blonde Mitbewohnerin