Also, ich habe es heile bis nach Jemen geschafft und auch schon die ersten kulturellen und anderweitigen Erfahrungen gesammelt. Eigentlich weiss ich gar nicht richtig wo ich anfangen soll, es sind so viele Eindruecke, das sie mich buchstaeblich umhauen!
Dieses Land scheint auf dem ersten Blick in voelligem Chaos zu versinken, keine Ordnung, kein stilles Plaetzchen, keine Struktur...gar keine, gar nichts. Der unterschied zu Deutschland ist unbeschreiblich gross. Aber ich denke der erste Eindruck taeuscht gewaltig. Denn jeder kennt jeden und weiss ueber fast alles bescheid und jeder oder diejenigen, die mir begegnen moechten ihr Land im besten Licht erscheinen lassen. Sie sind verdammt stolz auf ihre alten Haeuser und auf ihre Waffen, denn jeder taegt sein Messer am Gurt (Dschambia) und demonstiert dadurch Staerke und Maennlichkeit. Es existieren Dschambias, die Tausende von Dollar kosten, aber keiner wuerde sie verkaufen, denn sie sind ein Familienerbstueck und haben eine tiefe emotionale Bedeutung und Geld ist nunmal nicht das Wichtigste. Wichtig sind die Ehre, die Tradition, die Religion, Qat kauen und Gastfreundlichkeit. Aus diesem Grund wird man auch an jeder Ecke angehalten, begruesst und wenn man kurz stehen bleibt in ein Gespraech verwickelt. Man fuehlt isch nicht alleine, weil man das auch selten ist. die Menschen haben hier die Gabe sehr subtil zu kommunizieren, eine Kopfbewegung reicht aus damit der Andere weiss worum es geht. Dies ist sehr interessant zu beobachten und versuchen es entziffern.
Mein interessantestes Erlebnis bis jetzt ist mir gestern Abend passiert und zwar das erste Mal Qat kauen. Als ich auf dem Balkon meines Hotels sass und versucht habe mein Buch zu geniessen kamen 5 jemenitische Maenner hoch und haben mir sofort ihre Gesellschaft und ihr Qat angeboten. Daraufhin sind wir an die fuenf Stunden dort gesessen und haben erzaehlt und gekaut. Es ist schwierig den Zustand unter Qat zu beschreiben, aber dafuer faellt es mir leichter ueber meine Gespraechspartner zu erzaehlen. Sie waren freundlich und sehr respektvoll, haben mir alles moegliche ueber ihr Land, den Dschambias und noch vieles mehr geschildert. Natuerlich war ich durchaus unsicher und froh, dass mein Projektpartner zwischendrin zweimal aufgetaucht ist, aber sie sind meiner Zoegerlichkeit mit Freundlichkeit begegnet und haben alle meine Fragen mit Sorgfalt beantwortet. Fuer mich war es ein einmaliges Erlebnis, aber ich habe auch erneut festgestellt wie schwierig es ist diese Kultur genauer zu deuten. Es schien ihnen nichts auszumachen, dass ich eine Frau bin, aber sie haben sehr darauf geachtet mich nicht zu beruehren oder mir nahe zu kommen. Ich habe versucht mich zu politischen Themen sehr vorsichtig auszudruecken, war mir aber nicht sicher ob meine Meinung Zustimmung oder Abwertung hervorgerufen hat. Es ist mir insgesamt nicht leicht gefallen einzuschaetzen, ob sie meine Gesellschaft aus Hoeflichkeit oder aus Sympathie erdulden. Die schwerwiegendsten Folgen bis jetzt von dieser Zusamenkunft sind eindeutig die Schmerzen im Mund und besonders in der Backe inder ich das Qat gehalten habe. Es fuehlt sich ziemlich angeschwollen an und ich kann kein Bissen runterkriegen.
Als Schlusswort muss ich aber festhalten, dass ich mich hier sehr wohl fuehle und ich hoffe es bleibt die ganze Zeit so und ich kann euch ganz bald von der hochzeit berichten zu der ich heute eingeladen wurde:)!
Donnerstag, 19. Juli 2007
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2 Kommentare:
Krass!!! Ich freu mich so für Dich.
Annegret
Das ist ja richtig Krass :-)
Ich werde weiterhin deine Posten verfolgen. Das mit dem Blog war ne klasse Idee!
Ich wünsch Dir noch viel Spass :-)
LG Theo
P.S. Bei uns in Hannover ist alles beim Alten. Ich und Toni schreiben Diplomarbeiten, bei mir gehts endlich langsam zur Ende. Ab Mitte August gönne ich mir einen 3 wöchentlichen Aufenthalt in Varna...muss ja auch sein :-)))
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